Harmonische Generalversammlung im Rathaus

 

Ostheim. (Von Eva Wienröder) Beim Musikverein-Stadtkapelle Ostheim ziehen alle an einem Strang. Die Musik macht ganz offensichtlich Spaß, verbindet Frauen und Männer und das über alle Generationen hinweg. Das harmonische Miteinander zeigte sich auch ganz deutlich bei der Generalversammlung, zu der mehr als 70 Musikfreunde im Rathaussaal erschienen waren. Im würdigen Rahmen gab es dann zum Abschluss auch noch zwei Überraschungs-Ehrungen.

Die Jungmusiker mischen schon kräftig mit. Das Jugendorchester „ffortissimo“ umrahmte unter der Leitung von Stadtmusikmeister Walter Bortolotti den Versammlungsabend, an dessen Beginn das Gedenken an den Ehrenvorsitzenden Harald Möller, Ehrenmitglied Horst Dytrt und alle weiteren Verstorbenen stand.

2019 war wieder ein arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr für den Musikverein, wie der Bericht der ersten Vorsitzenden Monika Weber vor Augen führte. Neunmal trat die Vorstandschaft zusammen, um die zahlreichen Veranstaltungen zu planen. Man hatte sich bereits gut vorbereitet auf das Osterkonzert, das nun wieder in der Schulaula stattfinden sollte. Aufgrund der Bauverzögerungen musste das weit über die Stadtgrenzen hinaus beliebte Event jedoch ausfallen. Weber zeigte sich aber nicht gram darüber. „Es war nun einfach so“, richtete sie verständnisvolle Worte an Bürgermeister Ulrich Waldsachs, der sich als bekennender Stadtkapellen-Fan freilich auch schon auf das Konzertereignis gefreut hatte. Heuer dient die Kirche St. Michael als Ausweichquartier für das Konzert.

Die anderen Veranstaltungen verliefen überaus erfreulich, so die Vorsitzende mit Hinweis auf den „Fränkisch-Böhmischen Abend“ und den Ehrenabend. Weber stellte in ihrem Vortrag das gute Klima im Verein heraus. Die Geselligkeit nehme einen hohen Stellenwert ein, betonte Weber. So wurde zum Jahresanfang wie gewohnt der Probenbeginn mit einem gemütlichen Abend eingeläutet und es gab auch wieder einen gemeinsamen Ausflug.

Erfreut konnte die Vorsitzende auf die Mitgliederstatistik schauen. Mit 413 Musikfreunden ist die Zahl der Mitglieder konstant geblieben.

Dass man musikalisch bestens aufgestellt ist, davon konnte Stadtmusikmeister Walter Bortolotti zufrieden berichten. Die große Kapelle und die verschiedenen Ensembles hatten unzählige Auftritte. So konnte man mit der Stadtkapelle bei Pavillonkonzerten in Ostheim, beim Kirchenjubiläum, beim Stadtfest, beim Gemeinschaftskonzert mit Heufurt und Hohenroth und einer Benefizveranstaltung in Irmelshausen das Können unter Beweis stellen.

Das große Orchester zählt zur Zeit 56 Aktive, von denen 21 die zweite Gruppe des Vereins bilden, die sog. „Egerländer-Besetzung“. Sie spielte u.a. beim Weinfest, zum Jahreswechsel bei „Kirchenburg in Flammen“ und natürlich beim „Fränkisch-Böhmischen Abend“ in der Markthalle.

„Wir haben beim Musikzieren immer gute Laune, Begeisterung und Freude an der Musik und das merkt das Publikum. Der Funke springt schnell zum Publikum über und das genießen wir natürlich“, strahlte der Stadtmusikmeister.

Dann gibt es noch die kleinen Formationen. Die sog. „Sportplatzbesetzung“, das Blechbläserquintett, die Kirchweihmusikanten, die Trompeter und Fanfarenbläser und die Gruppe „Blech & Co“. Sie spielten zu verschiedensten Anlässen auf.

Bortolotti konnte seine Musiker nur loben. Ein Sonderlob ging an Manfred Schneider und Julian Weber, die ihn zwischenzeitlich als Dirigenten vertreten hatten. „Bei uns in der Stadtkapelle ist aufeinander Verlass“, so Bortolotti dankbar.

Hoffnungsvoll präsentiert sich der Nachwuchs und man freut sich im Verein schon darauf, heuer das 20jährige Bestehen des Jugendorchesters „ffortissimo“ feiern zu können. Die Nachwuchskapelle, in der zurzeit 28 Mädchen und Jungen mitspielen, hatte im vergangenen Jahr ebenfalls eine ganze Reihe von Auftritten. Der Stadtmusikmeister verwies stolz u.a. auf das Osterbrunnenkonzert, das Zeltkonzert am Jubiläum des Musikverein Hohenroth, die musikalische Umrahmung des Ehrenabends der Stadtkapelle und das Benefizkonzert zugunsten des Willmarser Kinderheimes. Jüngst im Januar stellten 20 „ffortissimos“ beim Kreisjugendblasorchester des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB) die größte Gruppe.

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte wurde im Juni eine Juniorprüfung durchgeführt, die laut Bortolotti von allen beteiligten 15 Musikern in Theorie und Praxis bestens abgeschlossen wurde. Die Organisation lag in den Händen der Jugendvertretung der Stadtkapelle.

Auch bei den Leistungsprüfungen des NBMB konnte man wieder Erfolge vorweisen. Lukas Henkel, Nils Hohmann (beide Schlagzeug) und Paul Schuhmann (Bariton) absolvierten das D1-Abzeichen in Bronze. Die D3-Prüfung (Gold) meisterte Leah Schneider (Es-Altsaxophon) mit der Note 1,5.

Der Nachwuchs ist auch außermusikalisch eine gute Gemeinschaft. Sophia Weisenseel von der Jugendvertretung konnte u.a. von einer gemeinsamen Theaterfahrt nach Meiningen berichten.

Mit Stolz könne man feststellen, dass, wenn man Stadtkapelle und Jugendorchester zusammenzählt, aktuell 84 Musiker den Verein musikalisch repräsentieren, so Bortolotti. „Wir sind gerne Stadtkapelle Ostheim“ schloss er freudestrahlend seinen Bericht. Dabei dankte er wie die Vorsitzende Weber herzlich allen Musikfreunden, der Vorstandschaft und den Stadtvertretern, allen voran Bürgermeister Waldsachs, für die stets gute Zusammenarbeit.

Am Ende der Versammlung gab es zwei Überraschungen: Da Walter Bortolotti am Ehrenabend nicht anwesend sein konnte, wurde seine Ehrung nachgeholt. Für 35 Jahre als Dirigent der Stadtkapelle gebührte ihm die Ehrennadel in Gold des NBMB: „Die Stadtkapelle Ostheim wäre heute ohne Walter Bortolotti nicht das, was sie ist“, sagte die Kreisvorsitzende Renate Haag bei der Übergabe und lobte außerdem die Jugendförderung durch Bortolotti im Verein, wie auch in seiner privaten Ausbildungsstätte „Da Capo“, ausdrücklich.

Mit 14 Jahren eingetreten ist Bortolotti zudem seit 50 Jahren aktives Mitglied beim Musikverein, wofür ihm seitens der Vorstandschaft aus den Händen von Monika Weber und Gisbert Hander eine Ehrung zukam.

Eine besondere Würdigung sollte auch Ulrich Waldsachs erfahren. Waldsachs, der ein letztes Mal in seiner Eigenschaft als Bürgermeister der Versammlung beiwohnte und dabei in seinem Grußwort noch einmal ausdrücklich die Verdienste des Vereins als „klingendes Aushängeschild“ der Stadt unterstrich, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Eine Auszeichnung, die der Musikfreund sehr gerne entgegennahm, schließlich fühle er sich der Stadtkapelle sehr verbunden und möchte auch dann, wenn er nicht mehr Stadtchef ist, sehr gerne an den Vereinsaktivitäten teilhaben, wie er beteuerte.