Text von Tanja Heier, Rhön- und Streubote.

 

Standing Ovations für einen grandiosen Auftritt
Auftaktkonzert der Stadtkapelle Ostheim war ein glanzvoller Start ins Jubiläumsjahr

 

Am Vorabend zum Dreikönigstag lud die Stadtkapelle Ostheim um 17.00 Uhr in die katholische Kirche „Maria Königin“ zu einem  besonderen Konzert ein.  Denn dieses war der Auftakt zu einer ganzen Reihe musikalischer Highlights im Jubiläumsjahr 2014. Von Franz Schubert über Johann Sebastian Bach bis hin zu Bryan Adams – die Musiker unter der Leitung von Stadtmusikmeister Walter Bortolotti unterhielten mit Können und  Spielfreude ihr Publikum.


Pünktlich um 17.00 Uhr nahmen die Akteure unter Applaus ihre Plätze im Altarraum der katholischen Kirche „Maria Königin“ ein. Pfarrer Andreas Hutzler begrüßte alle herzlich und sinnierte darüber, was die Stadtkapelle mit dem Gotteshaus gemeinsam habe. Er kam darauf, dass beide gleich alt seien. Im Gründungsjahr der Kapelle wurde auch der Bau der Kirche geplant, so Andreas Hutzler. Gleich nach dem zweiten Weltkrieg gab es viele Flüchtlinge, welche sich in Ostheim niedergelassen hatten und nun auf der Suche nach einem Stück Heimat waren.  Als 1957 der Katholik Adolf Thiel den Dirigentenstab übernahm, sei dies der Anfang gelebter Ökumene  in dem Rhönstädtchen gewesen, fuhr Hutzler fort und erklärte das Konzert für eröffnet.


Nach dem Gemeindelied „Macht hoch die Tür“ ergriff Moderator Bruno Schmalen das Wort, begrüßte Besucher,  Ehrengäste und Mitwirkende und stimmte auf das Jubiläumsjahr ein.
Mit der „Intrada Bravura“ von Timothy Johnson zeigten die Musiker bereits, wie wunderbar sie zusammen harmonierten. Es folgte die „Salzburger Serenade“, welche von Bruno Schmalen mit einer „musikalischen Mozartkugel“ verglichen wurde. Diese teilte sich in Ouvertüre, Romanze, Menuett und Finale.


Danach hielt die 1. Vorsitzende der Stadtkapelle, Monika Weber, eine  Ansprache, in welcher sie in Kurzform die Geschichte des Orchesters Revue passieren ließ. Dessen erste Erwähnung gab es bereits im Jahre 1781. Die Gründung der jetzigen Stadtkapelle fand dann 1954 statt. Der damals neue Bürgermeister Werner Artus beauftragte den Berufsmusiker Emil Lueg, der ein „Salonorchester“ führte, mit dem Aufbau einer Blasmusik. 1957 übernahm der Klarinettist Adolf Thiel das Dirigentenamt und die folgenden Jahre waren eine wahre Blütezeit, so Monika Weber weiter.

 Auf diesem Höhepunkt starb Adolf Thiel im Jahr 1980 und hinterließ eine schwer zu schließende Lücke. Dennoch gelang es einigen Aktiven, besonders erwähnt sei hier Flügelhornist Burkhard Wohlmacher, die Gruppe musikalisch und kameradschaftlich zusammenzuhalten. Dann endlich im Januar des Jahres 1984 übernahm der staatlich geprüfte Diplommusiker und Musiklehrer Walter Bortolotti die Kapelle. Unter seiner Stabsführung stiegen die Musiker wieder auf ein beachtliches Niveau auf und nahmen mit konstantem Erfolg an Wertungsspielen und Rundfunkaufnahmen teil. So kann nun auch Walter Bortolotti dieses Jahr sein 30 jähriges Jubiläum mitfeiern.

 Nach diesen Informationen schloss Monika Weber und es ging musikalisch weiter mit Franz Schuberts „Ave Maria.“ Im Anschluss drehte  sich beim „Concerto d´ Amore“, wie der Name schon sagt, alles um die Liebe. Dieses Stück besteht aus der Verbindung dreier verschiedener  Epochen bzw. Stilrichtungen. Komponist Jacob de Haan verstand es, Barock, Pop und Jazz meisterlich zu vereinen.


Moderator Bruno Schmalen fuhr fort mit dem nicht ganz ernst zu nehmenden Gedicht über die heiligen drei Könige, welche, wie sich herausstellte, eigentlich vier gewesen sein sollen.
Es folgte der Titelsong „I do it for you“ aus dem Film „Robin Hood“ von Bryan Adams. Diese wunderbare Ballade, sehr gefühlvoll gespielt,  brachte so manchen im Publikum zum Träumen.


Um wieder alle wach zu bekommen, war das Stück „Sleepers wake“, zu Deutsch „Wachet auf“ von Johann Sebastian Bach genau richtig platziert. Und damit neigte sich das Konzert bereits seinem Ende zu.  Nach der Bitte Bruno Schmalens um eine Spende zugunsten des Veranstalters erteilte Pfarrer Andreas Hutzler noch den christlichen Segen.
Auch Monika Weber verabschiedete  sich  und freut sich, wie sie sagte, darauf, viele Gäste im Laufe des Jahres bei den diversen Veranstaltungen wiederzusehen.


Nach diesem Hörgenuss war es mehr als verdient, dass die Akteure „Standing Ovations“ bekamen- und so gab es noch ein „Betthupferl“, wie Walter Bortolotti meinte. Mit dem Stück „Guten Abend, gute Nacht“ schickte er die Zuhörer nach Hause. Schön war es  und erfreulicherweise erst der Anfang eines Jahres voller musikalischer Leckerbissen von und mit einer grandiosen Stadtkapelle Ostheim.