Benefizkonzert des Heeresmusikkorps 12 aus Veitshöchheim

(Bericht und Fotos von Eva Wienröder, Rhön- und Streubote)

 

Ostheim.  (eva)  Ein eindrucksvolles Benefizkonzert, dessen Erlös dem Jugendorchester „ffortissimo“ der Stadtkapelle Ostheim zugute kommen soll, gab das Heeresmusikkorps 12 aus Veitshöchheim unter der Leitung von Oberstleutnant Burkard Zenglein im Luftkurort. Dabei kamen nicht nur Militärmusikliebhaber auf ihre Kosten, umfasst das Repertoire des Orchesters doch weit mehr als klassische Märsche. Viele Besucher füllten die Aula der Grundschule und waren schlichtweg begeistert vom bunten musikalischen Arrangement der Profi-Musiker.

 

Musikvereinsvorsitzende Monika Weber, die mit Stadtmusikmeister Walter Bortolotti und ihren Musikerkollegen der Stadtkapelle an diesem Abend die ungewohnte Rolle als Zuhörer genoss, stand die Freude, die über Ländergrenzen bekannten musikalischen Botschafter der Bundeswehr begrüßen zu können, ins Gesicht geschrieben. „Einmal ein Spitzenorchester nach Ostheim zu holen, der Gedanke geisterte schon länger in unseren Köpfen herum“, erklärte sie und schätzte sich glücklich darüber, dass man das Jubiläumsjahr zum zehnjährigen Bestehen der Jugendkapelle mit solch einem Highlight abschließen kann und das Heeresmusikkorps zudem den Erlös des Konzertes für den Nachwuchs spendet. Außerdem verbindet die Stadtkapelle viel mit der Militärmusik. Im Laufe der Jahre waren immer wieder Kapellenmitglieder in verschiedenen Musikkorps vertreten, dem Heeresmusikkorps 12 gehört aktuell aus den Reihen des Ostheimer Orchesters der Nordheimer Sven Hippeli an und konnte in Ostheim sozusagen ein „Heimspiel“ feiern.

 

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Das Heeresmusikkorps 12 aus Veitshöchheim begeisterte bei seinem Konzert in der Aula der Ostheimer Grundschule die Zuhörer.

 

Monika Weber verhieß nicht zu viel, als sie den Konzertbesuchern einen „wunderschönen Abend der Extraklasse“ in Aussicht stellte. Oberstleutnant Burkard Zenglein und seine Musiker und Musikerinnen warteten mit einem Programm auf, das für jeden Geschmack etwas bereit hielt. Im ersten Teil des Abends kam symphonisch-konzertante Musik zu Gehör, im zweiten Teil spannte sich der Bogen mehr hin zur Unterhaltungsmusik. Dirigent Zenglein stellte jedes Musikstück und seinen Komponisten vor und vermittelte auf unterhaltsame Weise Hintergründe und Besonderheiten.

 

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Die Register des Heeresmusikkorps 12 aus Veitshöchheim brillierten mit ihrem harmonischen Zusammenspiel.

 

Auftakt des vielseitigen Reigens bildete ein typisch preußischer Marsch, der Kürassiermarsch „Großer Kurfürst“ von Walter von Simon. Dem schloss sich die eindrucksvolle Darbietung von Engelbert Humperdincks Ouvertüre zu „Hänsel und Gretel“ an. Ein Solo-Höhepunkt des ersten Konzerteils lieferte Oberfeldwebel Daniel Schnappauf zum „Konzert für Bassposaune". Die Virtuosität, die der Posaunist mit dem „Allegro con energico" von Derek Bourgeois bewies bot, war imposant und verzückte die Zuhörer. Danach nahm das Orchester die Besucher mit „East Coast Pictures“ (Nigel Hess) auf eine Reise entlang der Ostküste der USA mit. Die drei Sätze spiegelten musikalisch die drei ganz unterschiedlichen Landstriche wider, vom rauschenden Treiben des Meeres an den Klippen der Shelter Islands über die mystischen Berge der Catskills hin zum Großstadtfieber in New York City. Mit dem schmissigen Marsch „Regiment 55, vorwärts“ von Franz Gaul ging es schließlich in die Pause.

 

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Ein meisterhaftes Solo mit der Bassposaune legte Daniel Schnappauf hin.

 

Nach der „Fliegerrevue“, einem zu DDR-Zeiten von Hajo Lehmann für die Luftwaffe komponierten Werk, war das Publikum nach der Pause gut im zweiten Programmteil „gelandet“. Mit Quincy Jones „Soul Boss Nova“ hatte die Big Band südamerikanische Rhythmen mitgebracht und verbreitete gute Laune. Beim „Super Man March“ von John Williams, Marsch- und Filmmusik zugleich, begaben sich die Musiker mit den Zuhörern auf die Spuren des legendären Helden. Zu den Highlights des Abends gehörten  Ausschnitte aus  „Les Misérables“, dem Musical von Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil angelehnt an die bekannte tragischen Romanvorlage von Victor Hugo, die die Musiker mit großem Einfühlungsvermögen präsentierten und dabei einmal mehr die große Bandbreite ihres Könnens demonstrierten. Zur Stimmungsaufheiterung stimmte das Orchester dann die Suite „Come to Irland“ (Ronan Hardiman / Bill Whelan, Bearb. Adi Becker) an, eine Komposition voll mitreißender Rhythmen, die, bereichert mit Akkordeon- und Panflötenklängen, das Publikum faszinierte.

 

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René Jestädt glänzte mit seinem Panflötenspiel zur Suite „Come to Irland“.

 

Für den Abschluss hatte das Heeresmusikkorps noch einmal einen Marsch gewählt und wollte sich mit dem Meisterstück von Rudolf Novacek „Castaldo Marsch“ verabschieden. Doch die Zuhörer bekundeten ihre Begeisterung mit stehenden Ovationen und wollten das Orchester noch nicht von der Bühne lassen. Nach dem Radetzky-Marsch und einer weiteren Zugabe fand das Konzert schließlich mit der Nationalhymne, in die viele Besucher gesanglich miteinstimmten, einen würdigen Abschluss.

 

Die Konzertbesucher waren überwältigt vom Auftritt der Berufsmusiker, ihren  ausdrucksstarken Darbietungen und dem harmonischen Zusammenspiel der Register.  Das Orchester hat sich als musikalischer Botschafter des Heeres alle Ehre gemacht, die Sympathien gewonnen und sich in die Herzen gespielt und ist so sicherlich jederzeit wieder ein gern gesehener Gast in Ostheim.

 

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Stadtmusikmeister Walter Bortolotti überreichte Oberstleutnant Burkard Zenglein am Ende des viel beklatschten Konzertereignisses ein kleines Dankeschön der Stadtkapelle Ostheim.